indeterminately herethere. flint

installationview:
kunstverein zu rostock

flint stone, cast tin, tin foil
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2025

flint oder auch feuerstein genannt ist das ausgangsmaterial für die arbeit: „unentscheidbar hierda. flint“. wenn man mit einem anderen stein darauf schlägt, spaltet sich feuerstein recht leicht. an den bruchflächen ist oft noch die wellenförmige aufprallenergie zu erkennen, die sich konzentrisch durch den stein ausgebreitet hat. die abschläge wurden in zinn gegossen und an ketten unter den an der ostsee gesammelten feuersteinen aufgehängt. am unteren ende der ketten befindet sich ein in zinnfolie geprägtes symbol eines sinnesorgans. alle sinnes-symbole treten paarweise auf. auf dem boden liegt ein größerer feuerstein aus der region um maastricht. auf dem feuerstein liegen zwei nachbildungen eines seepferdchens. auch diese sind aus zinn gefertigt. ein anderer name für das seepferdchen ist hippocampus, was auch den bereich im gehirn bezeichnet, in dem sinneseindrücke verarbeitet und zu erinnerungen umgewandelt werden.

neben der skulpturalen arbeit entsteht eine textuelle, künstlerische recherche, in der – mittels der methode der interferenz* – die scheinbar weit voneinander entfernten fragestellungen bezüglich phänomenen der quantenphysik, flint, weiblicher mobilität und relationalem raum übereinandergelegt werden.

*ich nutze meinen körper als beugungsapparat. die haut des körpers bildet die grenze, und die sinne sind die lücken, durch die eindrücke und phänomene aus der umgebung in den körper hineinfließen. dabei werden sie wie wasserwellen gebeugt, von ihrem geradlinigen verlauf abgelenkt und beginnen, sich zu überlagern. es entstehen typische interferenzmuster, ähnlich denen, die entstehen, wenn steine gleichzeitig in das ruhige meer geworfen werden. diese methode der sensorischen interferenz hilft mir, entfernte themen miteinander in beziehung zu setzen und so phänomene der quantenphysik mit körperlichen erfahrungen zu verknüpfen.

Flint is the raw material for the work: ‘indeterminately here there. flint’. When struck with another stone, flint splits quite easily. The fracture surfaces often still show the wave-like impact energy that has spread concentrically through the stone. The stone flakes were cast in tin and hung on chains beneath the flint stones collected on the Baltic Sea. At the lower end of the chains is a symbol of a sensory organ embossed in tin foil. All sensory symbols occur in pairs.
On the floor lies a larger flintstone from the region around Maastricht. On top of the flintstone lie two replica of a seahorse. They are also made of tin. Another name for the seahorse is hippocampus, which also signifies the area in the brain in which sensual impressions are dealt with and processed into memories.

Next to the sculptural work, a textual, artistic research is presented, in which – through the method of interference* – the seemingly distant questions of phenomena of quantum physics, flintstone, female motility and relational space are superimposed.

*I use my body as a diffraction apparatus. The body’s skin forms the boundary, and the senses are the gaps through which impressions and phenomena from the environment overflow into the body. In the process, they are diffracted like water waves, diverted from their straight flow, and begin to overlap. Typical interference patterns form, similar to those that arise when stones are thrown simultaneously into the calm sea. This method of sensory interference helps me to relate distant issues to each other and thus to intertwine phenomena of quantum physics with bodily experiences.